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DIE KLIMABILANZ VON BLUMEN

"Woher kommen eigentlich diese Schnittblumen?" Eine Frage, die wir als Konsument*innen öfter stellen sollten. Denn Blumen sind zwar ein Naturprodukt und sehen unschuldig aus, ihre Klimabilanz kann aber erschreckend sein. Hier zeigen wir dir mit Zahlen, wie umweltschädlich Blumen sein können und geben Ideen, was du selber tun kannst.

Rosen sind umweltschädlicher als Rindfleisch

Gemäss einer Studie von MyClimate (2019) verursacht die Produktion und der Transport von konventionell in holländischen Gewächshäusern angebauten Rosen knapp 1.5kg CO2e pro Rose oder 25kg CO2e für 1kg Rosen (weiter unten findest du eine Erklärung, was alles in die Klimabilanz eines Produktes hineinfliesst und was CO2e genau bedeutet). Zum Vergleich: 1kg Rindfleisch verursacht 15.4kg CO2e (WWF, 2020), also knapp 40% weniger als 1kg Rosen. Der Anbau und Transport von einem Strauss Rosen ist also umweltschädlicher als Rindfleisch. Das Problem: Rindfleisch ist bekannt für seine schlechte CO2-Bilanz. Bei Schnittblumen ahnen die Wenigsten etwas Böses. Wir finden, das muss sich ändern!​


Holländische Gewächshäuser. Quelle: Frankfurter Allgemeine, 2018

Holland ist schlimmer als Kenia

Dabei gibt es auch Unterschiede zwischen Anbauländern. Interessanterweise - und das scheint auf den ersten Blick unlogisch - sind holländische Blumen viel umweltschädlicher als solche, die aus Kenia oder Ecuador importiert werden (MyClimate, 2019). Der Grund dafür liegt am Klima: Während in Afrika und Mittelamerika die Blumen das ganze Jahr über im Freiland angebaut werden können, müssen in Holland in beheizten Gewächshäusern produziert werden. Fairtrade-Rosen aus Kenia verursachen so "nur" 0.235kg CO2e pro Rose und sind also sechs mal umweltfreundlicher.


Arbeiter auf einer Blumenfarm in Kenia. Quelle: Ökotest, 2017

Pestizide, Pestizide und nochmals Pestizide

Eines darf man aber nicht ausser Acht lassen: Sie sind voll mit Pestiziden. Diese werden nämlich in vielen Produktionen massenweise eingesetzt. So sind diese Blumen zwar umweltfreundlicher, aber keinesfalls nachhaltiger - die soziale Nachhaltigkeit mit Arbeitsbedingungen der Arbeiter auf Blumenplantagen sind nämlich schrecklich. Dazu kommt, dass wir als Konsument*innen ebenfalls in Kontakt mit diesen Pestiziden kommen: Wir haben sie an den Händen, wenn wir die Blumen zuhause in eine Vase einstellen. Und unbemerkt einatmen tun wir sie auch - wenn wir an den Rosen riechen und wenn wir zuhause im Wohnzimmer neben den Blumen sitzen. Gemäss Ökotest (2020) werden bis zu 50 mal mehr Pestizide auf Rosensträusse gesprüht wie auf Lebensmittel - oft sogar solche, die in Europa verboten und krebserregend sind. Einen Pestizidgrenzwert gibt es dabei (noch) nicht. Wir finden: Blumen sind ein kurzweiliges Produkt, schliesslich welken die meisten nach ungefähr sieben Tagen. Dafür lohnen sich diese schlechten Klimabilanzen und den Einsatz von Pestiziden einfach nicht.


Ein Freiland-Blumenfeld in der Nähe von Basel. Quelle: Yoga Basel.

Es geht auch besser

Doch warum so weit weg schauen, wenn die Schönheit vor unserer Nase liegt? Die Schweizer Natur hat nämlich zu allen Jahreszeiten Wunderbares zu bieten. Eine im Schweizer Freiland angebaute Rose verursacht 0.02kg CO2e (MyClimate, 2019). Damit haben unsere Freiland-Rosen eine 75 mal bessere CO2-Bilanz als konventionell produzierte Rosen in Holland. Lasst uns die Vielfalt und Abwechslung zelebrieren, die wir mit Schweizer Freilandblumen erleben können, anstatt das ganze Jahr über die gleichen Blumen im Sträussen anzutreffen. Es ist eigentlich wie mit Erdbeeren und Spargeln: Der Moment, wenn sie endlich wieder Saison haben, wird mit Vorfreude erwartet und dann in vollen Zügen genossen. So soll es auch mit Tulpen, Pfingstrosen, Löwemüüli und Dahlien sein: Alles genau zu seiner Zeit. Weil dann sind Sie am Schönsten.



Blumen von uns

Eine blumige Zukunft

Bei Blumenpost verwenden wir deshalb das ganze Jahr über saisonale Schweizer Blumen und Zweige aus dem Freiland. So halten wir die Klimabilanz unserer Sträusse so tief, wie es mit Schnittblumen nur möglich ist. Im Winter beispielsweise kreieren wir wunderbare Sträusse aus Magnolien, Weidenkätzchen, Blütenzweigen und Wintergrün - und warten mit den Tulpen, bis sie im April tatsächlich Saison haben. Wenn du lesen möchtest, was wir in jedem Monat des Jahres in unsere Sträusse binden, findest du hier einen Artikel pro Monat in unserem Blog. Und das Beste daran? Die Sträusse passen so immer wunderbar in diejenige Saison, in der wir uns gerade befinden. Unsere Vision ist es, die Blumenbranche in eine nachhaltigere Richtung zu bewegen. Dabei sehen wir eine Zukunft in der Schweizer Blumenbauern wieder mehr Blumen anbauen können, weil die Nachfrage wieder steigt. Und in der es wieder vermehrt geschätzt wird, was bei uns auf Feldern, Wiesen und in Wäldern wächst. Eigentlich genau so, wie das auch bei Gemüse heute schon ein etabliertes Thema ist.​


Was du tun kannst

Natürlich kannst du ab jetzt nur noch bei Blumenpost Blumen beziehen (hihi). Unabhängig davon geben wir dir hier ein paar Tipps, wie du selber mithelfen kannst, dass die Schweizer Blumenbranche nachhaltiger wird:

  1. Frag in Blumengeschäften nach der Herkunft der Blumen

  2. Frag in Blumengeschäften, ob sie aktuell etwas aus dem Schweizer Freiland haben

  3. Vermeide den Einkauf von importierten Blumen, so oft es geht (es ist uns bewusst, dass wir nicht alle von heute auf morgen nur noch Schweizer Blumen kaufen können - dafür wird aktuell auch schlicht zu wenig angebaut)

  4. Und speziell bei Trockenblumen: Achte auch hier darauf, dass du lokale und ungefärbte Trockenblumen kaufst.

CO2-Bilanz: Wie wird sie berechnet?

Bei der Berechnung der CO2-Bilanz eines Produktes wird dessen ganzer Produktlebenszyklus betrachtet. Von Materialien, über Energie, Verpackung, den Transport (in die Schweiz und zum Endkonsumenten) bis hin zur Entsorgung. Dabei wird in CO2-Äquivalenten gerechnet. Neben Kohlenstoffdioxid (CO2) gibt es nämlich noch andere umweltverschmutzende Treibhausgase. Diese werden auf einem 100-Jahreshorizont dem Treibhausgas gegenübergestellt, das die schlimmste Umweltbelastung aufweist: Dem Kohlenstoffdioxid (CO2). Anschliessend werden die verschiedenen Treibhause (z.B. Methan) mit entsprechenden Faktoren in CO2 umgerechnet. Als Resultat erhält man die Klimabilanz in CO2e.


Solltest du irgendeine Frage oder eine Anmerkung zur Klimabilanz von Schnittblumen haben, melde dich gerne per E-Mail bei uns.


Quellen

Das Erste (2020). Interview mit Jürgen Stellpflug, Chefredaktor Ökotest. https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/interview-oekotest-pestizide-in-blumen-100.pdf

WWF Schweiz (2020). Fleisch und Milchprodukte. https://www.wwf.ch/de/unsere-ziele/fleisch-und-milchprodukte

MyClimate (2019). Der CO2-Footprint von Blumen.

BLUMENPOST

Einfach nachhaltige Blumen.

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8003 Zürich

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044 461 82 82

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